For the Alchemist

Philip Samartzis, For the Alchemist: A Composition of Debris, Metal, and Dust

Philip Samartzis, Metallurgy Study, 2025 | © Philip Samartzis

Die experimentelle Klangkomposition und Performance For the Alchemist: A Composition of Debris, Metal, and Dust (Für den Alchemisten: Eine Komposition aus Trümmern, Metall und Staub) ist von Sigmar Polkes Athanor sowie seinen Achat-Fenstern im Grossmünster Zürich inspiriert. In beiden Werken werden Rohmaterialien in strahlende, alchemistische Formen verwandelt, wodurch Prozesse des Wandels, der Transformation und der Erneuerung sichtbar gemacht werden. Das Projekt erweitert diese Ideen um den Aspekt des Klangs und erforscht dabei Instabilität, elementare Interaktionen und die Schwellen zwischen Materie, Zeit und Wahrnehmung.

Die während Feldforschungen in der Antarktis, Westaustralien und den Schweizer Alpen entstandene Komposition fängt die Resonanzen natürlicher und industrieller Materialien ein. Sie generiert ein System, in dem sich Klänge wie in einem akustischen Schmelztiegel verändern, zerfallen und neu kombinieren. Raumakkustische Aufnahmen, Umgebungsgeräusche und Stimmen verschmelzen zu einer dauerhaften Klangumgebung, die Fusion, Erosion und planetarische Rhythmen widerspiegelt und Verbindungen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteur:innen in sich wandelnden Landschaften nachzeichnet.

Philip Samartzis, Metallurgy Study, 2025 | © Philip Samartzis

Bei der Performance wird die Architektur des Großmünster mit Text, Stimme, Instrumenten, Percussion und Orgelklängen in Interaktion gesetzt, sodass der Klang die Kirche wie das gebrochene Licht in Polkes Fenstern erfüllt. Die Infraschallfrequenzen der Orgel sind so gestimmt, dass sie die Rotationsresonanz der Erde widerspiegeln und eine Verbindung zwischen den Zuhörer:innen und den Kräften des Planeten herstellen. Wie eine spektrale Präsenz bewegt sich die fragmentierte und transformierte Stimme durch den Raum und verwebt Umgebungs-, Archiv- und konstruierte Klänge zu einem immersiven Dialog zwischen Venedig und Zürich, zwischen Polkes alchemistischem Denken und unseren zeitgenössischen Hörgewohnheiten.

Indem die Transformation als sinnliche und elementare Erfahrung inszeniert wird, lädt For the Alchemist das Publikum in einen dynamischen, akustischen Schmelztiegel ein. Klang wird dabei zu einem Medium der Reflexion, Resonanz und Alchemie. Er übersetzt die konzeptionellen und materiellen Aspekte von Athanor und den Fenstern des Grossmünsters in eine weitläufige, immersive Umgebung, in der Architektur, Umgebung und Zeit verschmelzen. 

Metallmine mit Bohrgerät, fotografische Studie von Philip Samartzis
Philip Samartzis, Metallurgy Study, 2025 | © Philip Samartzis

Philip Samartzis, For the Alchemist: A Composition of Debris, Metal, and Dust
Sound Performance, 22.10. und 23.10.2026, Grossmünster Zürich