Nico Joana Weber, Fragen an eine Geologin
Über die 3 Plattformen des 3. Obergeschosses des Schaudepots erstreckt sich die multimediale Installation von Nico Joana Weber, die sie eigens für den Ort entwickelt hat.
Die Künstlerin verbindet hier aktuelle filmische und fotografische Arbeiten mit Werken und Objekten aus vergangenen Projekten zu einer vielschichtigen Werkkonstellation, die sowohl Bezüge zur Sammlung des Ruhr Museums und der Mineralogischen Sammlung der Ruhr-Universität Bochum als auch zum Künstler Sigmar Polke herstellt.
Dieser hatte 1986 für seine mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete Athanor-Installation im Deutschen Pavillon auf der Venedig-Biennale einen Meteoriten und einen Quarzkristall aus dem (damaligen) Ruhrlandmuseum ausgeliehen und in dem Zusammenhang an die damals verantwortliche Sammlungsleitung Ulrike Stottrop Fragen zu Mineralien, Pigmenten und Steinen gestellt.
Nico Joana Weber (*1983) arbeitet unter Rückgriff auf Methoden der künstlerischen Forschung (Artistic Research) mit dem Ziel schöpferischer Formfindung. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind oftmals ortsspezifische und literarische Recherchen, Reisen, Materialsammlungen und Archivarbeiten. Ihr besonderes Interesse gilt Transformations- und Aneignungsprozessen sowie der Sichtbarmachung verborgener Narrative. Sie studierte Bildende Kunst und Kunstgeschichte am Goldsmiths College London und absolvierte ein Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sie ist bereits vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Bonner Kunstpreis (2019), dem Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler des Landes NRW (2017) und mit dem Villa Romana Preis (2016). Ihre Arbeiten wurden in einer Reihe von internationalen Ausstellungen und Screenings präsentiert.
Kuratorisch begleitet von Kathrin Barutzki (Anna Polke-Stiftung).
Begleitend zu der Ausstellung findet am 15.11.2026, um 15 Uhr, ein Artist Talk statt.