Die Abendveranstaltung „Gibt es einen Stein, der nach Tod riecht?“ ist mit einer Führung durch das Mineralien-Museum verbunden und bildet den Auftakt für die vielfältigen Athanor NOW-Projekte am Standort Mineralien-Museum, Essen-Kupferdreh. In drei Kapiteln widmet sich die Geologin Ulrike Stottrop den Fragen Sigmar Polkes an die Natur allgemein sowie konkret an die Naturobjekte aus der Sammlung des Ruhr Museums (ehemals Ruhrlandmuseum), die dieser bei seinem Besuch im Juni 1986 stellte. Der Austausch vor den Exponaten war für beide Seiten impulsgebend und wird in der Führung vor ausgewählten Objekten aus der Sammlung mit Bezug zu Polkes eigenen Werken reflektiert.
„Gibt es einen Stein, der nach Tod riecht?“
Polkes impulsgebender Besuch.
Erinnerungen der Geologin Ulrike Stottrop an Sigmar Polke
Kapitel 1
„Gibt es einen Stein, der nach Tod riecht?“ Erinnerungen an Polkes Besuch des Mineralien-Museums
Kapitel 2
„Connecting everything to everything“ Polkes Suche nach Wissen in Materialien, Prozessen und Zeichen der Natur
Kapitel 3
„Die Menschheit durch weite Zeit- und Raumstrecken beschwören“ Meteorit und Quarzkristall als Bedeutungsträger
Ulrike Stottrop, Geologin, war von 1984 bis zu ihrer Pensionierung 2019 am Ruhrlandmuseum / Ruhr Museum tätig, dort stellv. Direktorin, Leiterin der Naturwissenschaftlichen Sammlungen und ab 1985 Leiterin des 1984 eröffneten Mineralien Museums, einem Kooperationsprojekt mit der Kupferdreher Bürgerschaft. Als solche verantwortete Sie damals die Leihgabe von Meteorit und Quarzkristall.
Der Besuch Polkes im Ruhrlandmuseum / Ruhr Museum fand am 3.06.1986 statt, kurz vor der Eröffnung der Venedig Biennale am 29.06.1986. Anlass war die Besichtigung von Meteorit und Quarzkristall kurz vor deren Transport nach Venedig, wo sie im Rahmen von Polkes Athanor-Installation im Deutschen Pavillon ausgestellt wurden. Der Quarzkristall befand sich noch im Mineralien-Museum, ebenso wie ein zweiter Meteorit, der nicht für Venedig in Frage kam, von Polke allerdings gefilmt wurde. Die Zeit drängte, und doch zeigte Polke großes Interesse an diversen Mineralien.
Insbesondere interessierte ihn eine Kollektion hinterleuchteter Achatscheiben und der Hinweis auf deren künstliche Färbbarkeit und wo man sie kaufen könne. Die Achatfenster im Zürcher Grossmünster dürften hier ihren Ursprung haben.
Gesellschaftlich stark diskutierte Themen wie die Belastung der Umwelt durch Schwermetalle oder der Umgang mit Atommüll wurden auch beim Austausch mit Polke aufgegriffen: an einer Vitrine mit radioaktiven Mineralien war deren Strahlungspotenzial Gesprächsanlass. Am 26.04.1986 hatte sich Tschernobyl ereignet.
Ulrike Stottrop gewährt auf Grundlage ihrer eigenen Erinnerungen an die Begegnung mit Sigmar Polke besondere Einblicke in die Genese der Athanor-Installation. Die Abendveranstaltung mit Führung geht auf kunsthistorische, umweltgeologische, materialtechnische und gesellschaftspolitische wie auch gesundheitliche Aspekte ein und erlaubt eine ganz neue Annäherung an Polkes Vorgehen und Werk.
Polkes impulsgebender Besuch. Erinnerungen der Geologin Ulrike Stottrop an Sigmar Polke
Vortrag, Führung und Gespräch, 14.06.2026, Mineralien-Museum, Essen-Kupferdreh und Oktober 2026 (tbd), Schaudepot des Ruhr Museums auf Zollverein, Essen