In diesem Workshop knüpft die Künstlerin Evelyn Möcking an ihre eigene künstlerische Forschung mit pflanzlichen Pigmenten an und überträgt diese in ein experimentelles, partizipatives Format. Wie in Sigmar Polkes Athanor steht das Zusammenspiel von Material, Transformation, Zufall und Beobachtung im Zentrum – hier mit dem Fokus auf pflanzliche Farbstoffe. Ziel ist es, die Teilnehmenden für Materialästhetik, organische Farbprozesse und künstlerische Forschung als offene Versuchsanordnung zu sensibilisieren. Dabei entsteht ein Bewusstsein für die Materialität von Farbe – dafür, dass Farbstoffe nicht einfach industriell verfügbar sind, sondern in lebendigen, natürlichen Prozessen entstehen. Zugleich erfahren die Teilnehmenden, dass Kunstwerke und Materialien nicht statisch, sondern wandelbar und reaktionsfähig sind: sie verändern sich, verblassen, verdichten oder verbinden sich zu neuen Farbtönen. Diese Erfahrung von Transformation und Prozesshaftigkeit bleibt erfahrbar und im Gedächtnis. Durch das gemeinsame Experimentieren wird zudem Selbstwirksamkeit erfahrbar – die Erkenntnis, dass sich mit einfachen, alltäglichen Mitteln wie Obst, Gemüse oder Kräutern künstlerische Ergebnisse erzielen lassen, die in ihrer Offenheit und Wandelbarkeit die Prinzipien von Polkes experimenteller Alchemie auf zeitgenössische Weise fortsetzen.
Lebendige Farben: Pflanzliche Experimente
Lebendige Farben: Pflanzliche Experimente. Workshop mit Evelyn Möcking
Ablauf und Material:
Mitbringen: Jede:r Teilnehmer:in bringt pflanzliche Materialien (z. B. Obst, Gemüse, Kräuter) mit.
Materialbereitstellung: Die Künstlerin stellt Proben ihres eigenen Farbarchives – teils gealterte, teils frische Mischungen.
Einführung: Vorstellung des künstlerinneneigenen Farbarchivs, kurze Erläuterung zu pflanzlichen Pigmenten, Materialverhalten und Inspirationsbezug zu Athanor.
Video-Impuls: Präsentation eines kurzen Videos, in dem die Künstlerin eine Fleischtomate präpariert, zur Erläuterung der Ursprungsidee des Archivs (erste Experimente mit in Ethanol eingelegter Tomatenhaut).
Experiment: Alle Materialien werden in Ethanol eingelegt. Erste Farbveränderungen werden beobachtet und dokumentiert (Fotos, Skizzen, Notizen).
Schichtungsexperimente: Extraktion der Flüssigkeiten, Schichtung in Reagenzgläsern; Beobachtung, welche sich mischen und welche getrennt bleiben.
Eventuell Farbauftrag: Auftrag einzelner Ethanolfarben mit Pipetten auf Papier und Beobachtung von Reaktionen und Pigmentverläufen.
Schlussreflexion: Gemeinsames Gespräch über Materialästhetik, Transformation, Zufall und künstlerische Forschung.
Lebendige Farben: Pflanzliche Experimente. Workshop mit Evelyn Möcking
Workshop, tbd, Mineralien-Museum, Essen-Kupferdreh